{"id":722,"date":"2021-01-17T15:49:36","date_gmt":"2021-01-17T15:49:36","guid":{"rendered":"https:\/\/einheit-berliner-baer.de\/?p=722"},"modified":"2021-01-17T15:53:46","modified_gmt":"2021-01-17T15:53:46","slug":"zwei-baeren-beim-groessten-volkslauf-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/einheit-berliner-baer.de\/index.php\/2021\/01\/17\/zwei-baeren-beim-groessten-volkslauf-der-welt\/","title":{"rendered":"Wahnsinn Vasalauf  oder zwei &#8222;B\u00e4ren&#8220; beim gr\u00f6\u00dften Volkslauf der Welt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vasalauf = 90 km ohne viele Berge, Tendenz leicht bergab, die kleinen H\u00fcgel zum Schluss werden dann zu riesigen Bergen. Vom Profil her ist das ein relativ leichter Lauf, was abschreckt sind die 90 km oder eben die L\u00e4nge der Zeit, die man auf Grund der Startgruppe oder den herschenden Bedingungen daf\u00fcr ben\u00f6tigt. Da wir uns nach vorne qualifizieren wollten, hatten wir uns daf\u00fcr entschieden, am Dienstag vor dem Hauptlauf den Halbvasa zu absolvieren. Dieser z\u00e4hlt als Qualilauf, wenn man keinen anderen Lauf vorweisen kann. Also Dienstag 45 km; Sonntag 90 km . Vorbereitung f\u00fcr solch eine Woche beginnt schon ein Jahr davor. Da ja bekanntlich Ruderer im Winter gemacht werden und Skil\u00e4ufer im Sommer, passte das alles ganz gut bei mir zusammen. Mit einem Unterschied: wir Ruderer hatten im September unsere Worldmasters Regatta. Danach ist eigentlich Schluss. Aber ich hatte ja ein neues Ziel. Ich habe mein Training von kurzen harten Einheiten auf lange,nicht so intensive Einheiten umgestellt, also sehr zeitintensive Einheiten. Fr\u00fcher bin ich viel gelaufen, das habe ich weniger gemacht, daf\u00fcr mehrst\u00fcndige Einheiten auf dem Ruderergo und am Skiergometer von Concept2. Nach Silvester gings dann gleich im neuen Jahr auf Schneesuche und so landete ich mit meinen Ruderkumpel, der auch den Vasa mitmachte, im Pillerseetal. Der einzige Ort wo Schnee lag, so dass wir unsere ersten langen Skitouren machen konnten. Erster Wettkampf sollte der Kammlauf Ende Januar sein, der aber wegen Schneemangel ausfiel. Im zweiten Block in den Februarferien war aber auch nicht allzuviel m\u00f6glich. Also weiter Trockentraining. So kam es, dass der Halbvasa mein erster Skiwettkampf werden sollte. Da die Bedingungen in Schweden auch nicht super waren und man seit Wochen damit k\u00e4mpfte die Hauptstrecke zu pflegen (damit die Vasdawoche \u00fcberhaupt stattfinden konnte) war das Training auf der Orginalstrecke nicht m\u00f6glich. Es lag teilweise wirklich nur ein 3 m breites wei\u00dfes Band im gr\u00fcnen Wald. Somit war klar, dass es also von der Startgruppe am Sonntag abh\u00e4ngt, wo man ankommt. Alle Doppelstarter waren wir beim Halbvasa am Dienstag in Startgruppe 0. Die Spur war knochenhart und tief aus Kunstschnee und altem Schnee gepresst, dadurch pfeilschnell &#8211; nichts f\u00fcr Angsthasen in den Abfahrten. So wird das wohl mein schnellster 43- km-Lauf bleiben. Ich war in 2:07 h im Ziel, Hans in 2:22 h. Damit hatten wir am Sonntag folgende Startgruppen. Hans startete aus der Startgruppe 5 und ich aus der Startgruppe 3. Zum Verst\u00e4ndnis: es gibt beim Vasalauf keine Nettolaufzeit. Wenn der Starschuss f\u00e4llt, z\u00e4hlt f\u00fcr alle die Zeit und der Sieger ist der, der als Erster \u00fcber die Zielline f\u00e4hrt. Soweit erstmal &#8211; jetzt hie\u00df es regenerieren und sich f\u00fcr Sonntag erholen. Das Wetter war bis dahin absolut traumhaft, es schien die Sonne und auf den Trainingsstecken waren beste Bedingungen. Schulzreisen gab sich wirklich die gr\u00f6\u00dfte M\u00fche, aber auch er kam nicht an die Hauptstrecke und somit konnten wir nur in einem Skigebiet trainieren. Man testete Skier (Wachs- oder Fellski), denn die Wetterprognose verhie\u00df nichts Gutes f\u00fcr den Hauptlauf. Leider hatte der Wettergott kein Einsehen und es fing wirklich p\u00fcnktlich nachts um 1 Uhr an zu schneien. Das Ganze ging dann noch am Sonntag bis ca 11 Uhr. Im Startgarten waren keine Spuren mehr zu sehen. Wachstechnisch gab es aber keine Probleme, da es deutlich unter Null war und auch blieb. Also ich hatte d\u00fcnn Eis gekilstert und mit Hartwachs abgedeckt, weil man nicht wu\u00dfte wie viel Neuschnee kommt oder ob Eis und Kunstschnee durchkommen. Der Startschuss fiel und 15.000 Leute machten sich auf den Weg vom Skistadion den Berg hoch zu kommen. Da ich in Gruppe 3 war, sollte es ohne Anstehen gehen, lief auch am Anrfang sehr gut bis es kurz zum Stillstand kam und im Gerangel durch einen Skistock meine Bindung aufging. Ich verlor mein Ski. Panik machte sich kurz breit. Zum Gl\u00fcck konnte ich ihn aber greifen und k\u00e4mpfte mich an die Seite, um den Ski wieder anzulegen. Nach ein paar Minuten, gef\u00fchlte Ewigkeit, gelang es und ich konnte weiterlaufen. Als wir oben auf dem Plateau waren, teilte sich das Feld in 4 bzw 3 Spuren auf. Das Ganze glich einer langen Polonaise. Letztes Mal waren oben noch 8 Spuren. \u00dcberholen ging also relativ schwer. Es sollte aber noch besser kommen. So nahm man also mit allen anderen das Tempo auf und immer noch Schneefall. Nach dem ersten Verpflegungspunkt, wo ich diesmal eine halbe Stunde eher war als beim letzten Vasalauf, machte sich Hoffnung auf eine gute Zeit breit. Aber immer noch dieser Schneefall. Die Hoffnung zerbrach am dritten Verpflegungspunkt, da gings mir dann auch noch besch&#8230; . Ich dachte, wenn jetzt Hans noch vorbei kommt, h\u00f6r ich auf und fahre Bus. Wir hatten erst 35 km weg. Mein Tief zog sich noch die n\u00e4chsten 12 km weiter, mit Kr\u00e4mpfen in der Brust und im Bauch. Der Ski lief nicht, ich hatte bei dem Schneefall kein Bock mehr, \u00fcberholen ging nicht: einfach nur \u00e4tzend. Aber Hans kam nicht und \u00fcber die H\u00e4lfte war jetzt weg. Die H\u00fchnerbr\u00fche hatte auch endlich angeschlagen und es ging mir zunehmend besser. Dann kam ein St\u00fcck, da war es so eng, dass man nur in einer Spur hintereinander fuhr. Man hatte zwar die M\u00f6glichkeit eine zweite Spur aufzumachen, w\u00e4re aber m\u00f6rderisch gewesen, da man h\u00e4tte selber spuren m\u00fcssen. Hans war bis zu diesem Zeitpunkt nicht da und ich wusste, jetzt kommt er nicht mehr vorbei. Nun lief es wie von selbst und die letzten 20 km machten wieder richtig Spa\u00df. Der Schneefall hatte aufgeh\u00f6rt, die Strecke wurde breiter und es gab endlich \u00dcberholspuren. Somit sammelte ich noch L\u00e4ufer ein. An eine Topzeit war nicht mehr zu denken. Aber ein Gedanke blieb: \u201eHoffentlich schneller als beim letzten Vasalauf vor 3 Jahren.\u201c Im Ziel angekommen, war ich wirklich 8 Sekunden schneller und 8 Minuten hatten mir an der 50% Zeitregel f\u00fcr die gro\u00dfe Vasdamedaille gefehlt. Die Zuschauer an der Strecke und an den Verpflegungspunkten sorgten f\u00fcr gute Stimmung und im Ziel sowieso. Man wird namentlich genannt, wenn man im Ziel ist und auch bei den Verpflegungspunkten. Hurra es war geschafft! So jetzt Ski abgeben, zum Duschschuttl und aus den Sachen raus, dann warme trockene Sachen an. Danach endlich ein Bierchen. Nun hin\u00fcber zum Schulz-Bus und ins Quartier auf meinen Kumpel warten. Aber wer sa\u00df im Bus? &#8211; \u201eunser H\u00e4nschen\u201c. Da war er Erster im Bus und so quatschten wir, wie es jedem ergangen war. Unsere Zeiten und Platzierungen: Hans 43 km-Lauf Zeit: 2:22 h Hauptlauf 90 km Zeit: 6:58,39 h Platzierungen: 2356 Klaus 2:07 h 90 km 6:45,08 h 1879 Schlussfolgerung : absoluter Wahnsinn, \u00e4tzend bei Schneefall, top Organisation beim Lauf Schulzreisen &#8211; top Reiseunternehmen &#8211; jeder Zeit wieder Euer Klaus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vasalauf = 90 km ohne viele Berge, Tendenz leicht bergab, die kleinen H\u00fcgel zum Schluss werden dann zu riesigen Bergen. Vom Profil her ist das ein relativ leichter Lauf, was abschreckt sind die 90 km oder eben die L\u00e4nge der Zeit, die man auf Grund der Startgruppe oder den herschenden Bedingungen daf\u00fcr ben\u00f6tigt. 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