Festrede zu 70 Jahre SG Einheit Berliner Bär
Ja liebe Sportfreunde in
wenigen Tagen ist es soweit. Unser Verein feiert seinen 70. Geburtstag.
Aus diesem Anlass haben
wir uns hier und heute noch einmal versammelt um ein wenig Rückschau zu halten.
Viele fragen sich vermutlich, ja wie war das eigentlich damals und warum 70
Jahre, schließlich weist unsere Satzung einen anderen Termin aus.
Aber der Reihe nach
wollen wir heute an unsere Geschichte erinnern.
Zunächst war es so,
dass nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland sich keine Vereine oder Vereinigungen
und sonstige Institutionen zusammenschließen durften. Das änderte sich erst im
Jahre 1949 mit der Ausprägung der damaligen BRD und der damaligen DDR.
Ab Oktober 1949 war
somit die Gründung auch von Betriebssportgemeinschaften möglich. Es hat noch
ein paar Wochen gedauert, ehe sich die BSG Einheit Berliner Bär am 19.11.1949
dann tatsächlich gegründet hat.
Die Gründung erfolgte
unmittelbar nach einem Fußballspiel auf dem damaligen Gelände des Stadions der
Weltjugend in der Chausseestraße, welches im Zeichen des Massensports von
damaligen Magistratsmitarbeitern stand. Zunächst wurde die BSG unter die Obhut
der Industriegewerkschaft des FDGB gestellt. Später wurde die BSG vom
Trägerbetrieb dem Magistrat angegliedert und erhielt von dort immer wieder mal
notwendige Unterstützung.
Schon zu Beginn der 50
er Jahre hatte die BSG 15 Sektionen mit bereits über 900 Mitgliedern.
Folgende Sektionen gab
es da bereits:
Eishockey
Eisschnelllauf
Eiskunstlauf
Faustball
Fußball
Gymnastik
Kanu
Kegeln (Asphalt/Bohle)
Leichtathletik
Radsport
Rodeln
Schwimmen
Skilanglauf
Tennis
Tischtennis
Wandern
Einen ersten größeren
Aderlass gab es Mitte der 50 er Jahre, weil im Zuge der Konzentrierung des
Leistungssportes in sogenannte Sportklubs insgesamt 95 Sportfreunde in solche
Sportclubs delegiert wurden. Die Sektion Eishockey wanderte komplett zur
Gründung des SC Dynamo Berlin ab. Sie war damit der Begründer und Vorfahre der
heutigen Eisbären.
Aber auch andere
Sportfreunde, welche später in der Welt erfolgreich unterwegs waren hatten
ihren Ursprung bei den Berliner Bären. Erwähnt seien hier stellvertretend Helga
Haase und Andre Hoffmann. Klar wurde damit über Jahrzehnte nicht nur der
Berliner Sport mit dominiert, auch im Republickmaßstab gab es immer wieder
herausragende Ergebnisse insbesondere in den Sparten Radsport, Leichtathletik,
Kegeln und auch im Skilanglauf.
Das alles konnte sich
nur entwickeln, weil es immer wieder auch Sportfreunde gab, welche sich im
Hintergrund oder auch im Ehrenamt um die Entwicklung der einzelnen Sektionen
bzw. des gesamten Vereins verdient gemacht haben.
Als Mann der ersten
Stunde ist vor allem immer wieder Erwin Ruppin zu nennen. Er leitete
ehrenamtlich über 35 Jahre unsere damalige BSG. Bis zu seinem 78. Geburtstag
war er der Garant für die Entwicklung der BSG Einheit Berliner Bär. Ihm zur
Seite standen aber auch solche Verdienstvollen Sportskameraden wie Horst
Rißmann oder Helga Wiebe, welche jahrelang ehrenamtlich für unseren Verein
aktiv waren.
Klar bedurfte es auch
immer wieder viel Engagement von den jeweiligen Sektionsleitern, damit sich die
jeweilige Sektion weiter entwickeln konnte. Und das taten alle Sektionen bis
zum Jahre 1990.
Mit der Wende und damit
mit dem Untergang der DDR musste die Vereinsarbeit auf neue Füße gestellt
werden. Ein Verein konnte nicht einfach so wie bisher fortexistieren, sondern
musste den rechtlichen Bedingungen der neuen Welt angepasst werden.
Es wurde schnell klar,
dass sich nicht jede Sektion diesen neuen Anforderungen stellen wird und es
folgte ein erheblicher Aderlass an Mitgliedern und Sektionen.
Letztendlich wurde der
Verein SG Einheit Berliner Bär mit den Sektionen Leichtathletik, Skilaufen,
Gymnastik und Wandern zum 1.07.1991 neu gegründet.
Federführend war hier
Folker Lorenz, welcher seit 1991 die Sektion Leichtathletik und den
Gesamtverein bis zu seinem Tode führte.
Martin Horn stand seit dieser Zeit ihm als Stellvertreter bis zum
Ableben von Folker Lorenz (Mai 2009) zur Seite. Danach führte er den Verein bis
zur nächsten Wahl, damit ein geordneter Übergang zum neuen Vorsitzenden
erfolgen konnte.
Inzwischen hatten sich
die Sektionen Wandern und Leichtathletik ebenfalls schon aufgelöst, weil der
Altersdurchschnitt immer höher wurde und ganz natürliche Abgänge zunächst ein
schrumpfen und später zur Auflösung führten.
Gegenwärtig bestehen
wir nur noch aus 2 Sektionen.
Der Sektion Gymnastik
und der Sektion Skilaufen.
Auch hier ist
ersichtlich, dass wir den Alterungsprozess nicht aufhalten können. Die Sektion Gymnastik welche gegenwärtig noch
aus zwei Übungsgruppen besteht hat bereits einen Altersdurchschnitt, welcher
über unseren Vereinsjahren besteht und die Sektion Ski nähert sich diesem
Durchschnitt ebenfalls.
Trotzdem ist es immer
wieder bewundernswert wie sich die einzelnen Sportfreundinnen und Sportfreunde
mit Hingabe ihrem Training widmen. Spaß
und Freude dabei haben und wenn ich Sie so sehe, immer noch fit und Gesund
wirken. Das möge auch noch viele Jahre so bleiben.
Dank geht hier aber
auch den Sportfreunden, welche dafür Sorge tragen, dass der Verein auch
gegenwärtig überhaupt existieren kann. Es sind Birgit Thiele, Recka Tille, Uwe
Ruppin, Sven Mittendorf, Ingrid Klinke oder auch über viele Jahre Dr. Petra
Schmidt
Meine persönlichen
Erinnerungen mit diesem Verein beginnen mit dem Jahr 1973. Als damals 19-jähriger
junger Mann stieß ich zu den Skilangläufern. Habe viele der hier bereits
erwähnten Sportfreunde schon als junger Mann kennen und schätzen gelernt.
Inzwischen bin auch ich mit den Jahren gereift und seit 46 Jahren Mitglied
dieses Vereins. Als man mich 2011 fragte ob ich mich zur Wahl als Vorsitzender
stellen würde, habe ich nicht gezögert um Ja zu sagen, weil auch ich meinen
Beitrag dazu leisten möchte, damit dieser Verein wenn möglich noch viele Jahre
erleben soll. Mir liegt es am Herzen, dass wir alles dafür tun, dass wir wieder
etwas Jünger werden. Ich weiß, dass dies kein einfaches Unterfangen in der
heutigen Zeit ist, aber sich nur dem Schicksal ergeben ist auch keine Lösung.
Erheben wir das Glas
und freuen uns auf das Vergangene, begegnen die Gegenwart und schauen
erwartungsfroh in die Zukunft. Zum Wohl